Archiv für März 2013

“Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen”

antiziganismus

Vortrag mit Markus End
Dienstag, 16. April 2013 / 20.00 Uhr / Infoladen / St.Pauli-Str. 10-12 / 28203 Bremen

Die Art und Weise wie als “Zigeuner” stigmatisierte Menschen ihre materielle Reproduktion sicherstellen ist innerhalb des Antiziganismus eine essentielle Kategorie. “Betteln, Stehlen und Wahrsagen” stehen im Gegensatz zu einer imaginierten “ehrlichen Arbeit” der sich abgrenzenden Restbevölkerung. Der Vortrag will die Ausprägung einer festen Eigentumsordnung in der Frühphase des Kapitalismus beleuchten. Durch Disziplin und Fleiß als Elemente der protestantischen Arbeitsethik entwickelten sich Vorstellungen eines “archaischen Parasiten”. Diese würden weder “richtige” Arbeit verrichten noch Besitzverhältnisse respektieren. Ressentiments, die bis heute zentral sind.

Markus End ist zur Zeit Doktorand an der TU Berlin und schreibt seine Dissertation zum Thema: “Fremd, frei und faul” – Struktur und Funktionsweise des modernen Antiziganismus. Zudem ist er Mitherausgeber der Sammelbände Antiziganistische Zustände 1 und 2.

Die Veranstaltung wird organisiert von [c]³ und Balkan Cinema in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative.
Veranstaltungsort ist barrierefrei, WC jedoch nicht.

Der Begriff der Revolution in den Zeiten der Arabellion

Arabellion

Vortrag mit Carl Melchers
Samstag, 23. März 2013 / 19.00 Uhr / Infoladen / St.Pauli-Str. 10-12 / 28203 Bremen

In zahlreichen arabischen Ländern haben in den letzten zwei Jahren in Folge von Demonstrationen, Bürgerkriegen etc. große Veränderungen stattgefunden. Der Vortrag soll eine theoretische Reflexion und Einbettung der Ereignisse und Entwicklungen im Zusammenhang mit Hannah Arendts Werk „On Revolution“ leisten. Waren in weiten Teilen der Linken die Hoffnungen und Erwartungen groß, ist mittlerweile eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Innerhalb des Vortrags soll untersucht werden, inwiefern sich der Begriff der Revolution auf jene Ereignisse anwenden lässt. Anhand von Arendts Revolutionsverständnis sollen Probleme innerhalb der stattgefundenen Entwicklungen aufgezeigt werden. Zum Beispiel die Tendenz „soziale Fragen“ gegen Freiheit auszuspielen, der erstarkende Nationalismus und die Übernahme wichtiger Machtpositionen durch professionelle Politikmacher_innen u.a. die Muslimbruderschaft.

Carl Melchers, ist Politologe und publiziert zu diesem Thema unter anderem in der Jungle World und Phase 2.

Die Veranstaltung wird organisiert von [c]³.
Veranstaltungsort ist barrierefrei, WC jedoch nicht.